istorie der Bühne
n der ehemaligen Zollfeste Zons befindet sich an der Südseite der Stadtmauer im Zwinger des Schlosses Friedestrom die Freilichtbühne, die im Jahr 1935 eigens zu dem Zweck erbaut wurde, dem Besucher historische Begebenheiten von Zons vor Augen zu führen. Unterbrochen durch den 2. Weltkrieg, wurden die historischen Spiele 1953 wieder ins Leben gerufen. Parallel dazu standen nun auch Märchenaufführungen auf dem Spielplan. In den folgenden Jahren verlagerte sich das Publikumsinteresse immer mehr von der Historie zum Märchen, so dass sich die Spielleitung 1962 dazu entschloss, nur noch altes Märchengut in das Veranstaltungsprogramm aufzunehmen - und dies in einer besonderen Form mit Spiel und Tanz. So entstand unter der bewährten Führung von Heinrich Knops und der choreographischen Leitung von Ballettmeister Karl-Alexander Terheggen das "Erfolgsrezept" der Zonser Freilichtbühne, das die Zuschauer auch heute noch in seinen Bann zieht. Neben den bekannten Klassikern stehen zum Teil auch weniger bekannte Märchen auf dem Spielplan: So kam beispielsweise 1997 das orientalische Märchen "Der falsche Prinz" von Wilhelm Hauff zur Aufführung, um auf diese Weise, in Gegenüberstellung von Orient und Okzident, die mittlerweile multikulturelle Entwicklung in unserem Land gerade auch den Kindern näher zu bringen.
as fasziniert die Besucher so besonders an dieser Bühne? Einmal die herrliche Schloßkulisse mit der historischen Stadtsilouette im Hintergrund und dem natürlichen Grünbestand. Dann die aufwändige Ausstattung mit zauberhaften Requisiten und Kostümen, die bis in die achtziger Jahre von der Zonser Kostümbildnerin Christine Grabsch angefertigt wurden. Mittlerweile kann sich die Spielschar glücklich schätzen, gleich drei Kostümbildnerinnen in den eigenen Reihen zu haben, die ebenfalls mit sehr viel Engagement und Liebe zum Detail die herrlichsten Gewänder auf die Bühne zaubern - Hildegard Sauer, Karin Scharn und Monika Kutz. Und schließlich ist es auch die Begeisterung und Freude am Spiel der über 80 großen und kleinen Amateur- und Laienschauspieler, die jedes Mal erneut als Funke auf die Zuschauer überspringt. So macht es allen Beteiligten Spaß, wenn sie wissen, dass ihr Spiel beim Publikum ankommt. Durch die aufwändige und kostspielige Ausstattung dieser Märchen ist es der Bühne gelungen, ein attraktives Freizeitangebot für die ganze Familie zu schaffen, das auch von Schulklassen, Kindergarten- und anderen Gruppen gerne in Anspruch genommen wird.
ür die Musik und die Einstudierung der Tänze sind seit vielen Jahren Ursula und Josef Tesch zuständig (siehe dazu auch links: "Die Tanzgruppe"). Für den "guten Ton" sorgt seit Jahrzehnten Peter Knops, dem es auch zu verdanken ist, dass die gesamte Tontechnik stetig verbessert werden konnte. So verfügt die Bühne mittlerweile über eine ausgezeichnete Beschallungstechnik und mehrere Mikroportanlagen, so dass sich die Akteure beim Spiel frei bewegen können und auf allen Plätzen gut verstanden werden. Für die Organisation verantwortlich sind Elisabeth und Harald Krumbein, die darüber hinaus seit 1953 bzw. 1960 auch aktiv in den Aufführungen mitwirken. Und zum guten Schluss darf natürlich auch unser Bühnenbildner Axel Troppens nicht unerwähnt bleiben, der alljährlich die wunderschönen, kunstvollen Bühnenbilder auf die Freilichtbühne "zaubert".
atürlich ist dies alles mit einem gewaltigen Kostenfaktor verbunden und es ist heutzutage gewiss auch nicht ganz einfach, als Theater neben dem Fernsehen und den neuen Medien bestehen zu können. So wird das Ensemble sowohl vom Kreis Neuss als auch von der Stadt Dormagen für den nicht aus Einnahmen zu deckenden Teil der Kosten als Teil der Brauchtumspflege finanziell unterstützt, sicherlich auch als Anerkennung für das starke Engagement dieser Märchenbühne, die längst weit über die Grenzen von Dormagen hinaus bekannt geworden ist. Die Stadt Dormagen als Träger der Freilichtbühne wendet darüber hinaus alljährlich Mittel für die Erhaltung und Bespielbarkeit der Bühnenanlage auf. Zuletzt wurde 1996 die schon recht betagte Bühnen-Kulisse sowie auch die dazugehörigen Umkleideräume mit finanzieller Unterstützung durch den Kreis Neuss erneuert. Als nächste große Investition für die Zukunft ist die Erneuerung der Zuschauertribüne geplant.